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Boyden sieht gravierende Führungslücke auf Deutschlands Unternehmen zukommen

Demografischer Wandel erschwert die Suche nach qualifiziertem Führungsnachwuchs

Bad Homburg, 17. Juli 2008

Nach Einschätzung des internationalen Personalberatungsunternehmens Boyden kommt eine gravierende Führungslücke auf Deutschland zu. Unternehmen müssen jetzt mit  entsprechenden Programmen dagegen steuern, damit langfristig kein wirtschaftlicher Schaden für sie entsteht.

Nach Einschätzung von Dr. Rolf E. Stokburger haben es Unternehmen in Deutschland in den letzten Jahren versäumt, sich rechtzeitig um den Führungsnachwuchs zu kümmern. „Die Auswirkungen dieser Vernachlässigung sind für die Unternehmen hierzu Lande verheerend“, sagt Stokburger.

Nach seiner Einschätzung habe das Vernachlässigen des Führungsnachwuchses gravierende Auswirkungen auf die Innovationstätigkeit in Deutschland. Auch in der Ansprache jüngerer Zielgruppen und der Entwicklung neuer und innovativer Vertriebskonzepte wäre der fehlende Nachwuchs auf Führungsebene fatal. Schon heute würden aufgrund von Personalengpässen Aufträge abgelehnt und sich so der Zugang zu neuen Märkten verbaut. „Wenn Unternehmen jetzt nicht reagieren, werden sie langfristig den Anschluss an die Weltwirtschaft verpassen. Dem Wirtschaftsstandort Deutschland entgehen dadurch Milliarden Umsätze, die dann auf Investitions- und Expansionsseite fehlen“, führt Stokburger aus.

„Bei der derzeitigen demografischen Entwicklung steuern wir direkt auf eine Führungslücke zu, wenn die Unternehmen nicht umfangreich reagieren“, warnt Stokburger, Die Situation werde sich zuspitzen, wenn ab 2015 die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Nach einer Studie der OECD werde darüber hinaus ab 2020 die Anzahl der Hochschulabsolventen und somit der Hochqualifizierten und potentiellen Nachwuchs-Führungskräfte rückläufig werden. „In modernen Personalstrategien muss die frühzeitige Identifizierung von möglichen Führungskräften fest verankert sein, sonst bleibt der Führungsnachwuchs buchstäblich aus“, sagt Stokburger.

Um nachhaltig die Führungslücke zu schließen, müssen sich Unternehmen im Wettbewerb um Talente am Arbeitsmarkt besonders attraktiv machen. „Employer Branding wird eine zunehmend wichtige Rolle spielen, denn es wird immer schwieriger werden, die Besten für sich zu gewinnen“, sagt Stokburger. Wer seine Stärken in der Öffentlichkeit klar positioniert, wird auch langfristig von motivierten und loyalen Mitarbeitern profitieren. „Denn nur zufriedene Mitarbeiter- und das gilt auch auf Management-Ebene, werden langfristig dem Unternehmen treu bleiben und davon profitiert auch der Arbeitgeber“, sagt Stokburger.

Nach Einschätzung von Stokburger sei die verstärkte Rekrutierung von Führungskräften aus dem Ausland zur zusätzlichen Schließung der Führungslücke unumgänglich, gestalte sich aber schwierig. „Deutschland wird als Beschäftigungsstandort vielfach unterschätzt“, ist Stokburger der Meinung. Deutschland sei aber aufgrund seines Exportstatus ein guter Ausgangspunkt für eine internationale Karriere.

Um die Talente international anzuziehen, muss die Attraktivität des Arbeits- und Wirtschaftsstandorts Deutschland vor allem im Ausland gesteigert werden. „Unternehmen wie auch die Politik in Deutschland müssen entsprechende Anreize schaffen, beispielsweise über steuerliche Vergünstigungen“, sagt Stokburger.