Bad Homburg, 16.Oktober 2007
Die aktuelle Bankenkrise, ausgelöst durch die Subprime-Krise in den USA, wird sich in diesem Jahr negativ auf die Ertragslage der Banken und die Bezüge der Mitarbeiter auswirken. Dies betrifft nach Einschätzung von Boyden International insbesondere angelsächsische Häuser sowie diejenigen europäischen und deutschen Banken die sich besonders stark im Handel und Verkauf von Wertpapieren sowie Anlageprodukten positionieren.
Die Gehaltsstrukturen dieser Banken und Finanzdienstleister sind meist mit einem großen Anteil ertragsabhängiger Vergütung versehen. „Die sogenannten Bonuszahlungen sind in vielen Fällen der größte Anteil am Gesamtgehalt von Bankern sowie von Anleihen- und Aktienhändlern“, so Dr. Rolf E. Stokburger, Managing Partner von Boyden Global Executive Search.
Vor allem bei Banken, die ihre Gehaltsvereinbarungen nach angelsächsischem Muster strukturieren, beträgt nach Einschätzung von Boyden der fixe Gehaltsanteil lediglich einen Mindestanteil, durchschnittlich etwa um die 30% der Gesamtvergütung. „Angelsächsische Banken zahlen einen Großteil ihrer Gewinne an die Mitarbeiter aus. Bonuszahlungen können vielfach rund 80% des Gehalts ausmachen. In einigen Fällen können Bonuszahlungen sogar das bis zu 5 oder 10-fache des Fixgehalts betragen“, sagt Dr. Stokburger.
Nach Einschätzung von Boyden International, können die
Boni in diesem Jahr bis zu 30% niedriger ausfallen als im Vergleich zum Vorjahr. In manchen Fällen erwartet Boyden einen noch höheren Rückgang der Einkommen. „Insbesondere Wertpapier-Händler, Sales Teams und Capital Markets Manager werden die Bonuskürzungen drastisch zu spüren bekommen“ schätzt Dr. Stokburger.
Gekürzte Boni sind nach Einschätzung von Boyden jedoch nur die erste Stufe, um die Ertragslage der Banken zu stabilisieren. Einige Banken haben bereits weitere personelle Konsequenzen gezogen. Wie etwa die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers, die in Folge der Hypothekenkrise als erste Bank bereits 1.200 Mitarbeiter in den USA entlassen hat. Außerdem mussten bereits einige Hedge-Fonds geschlossen und die Mitarbeiter entlassen werden. Darunter zählen prominente Fonds-Initiatoren wie Goldman Sachs, Bear Stearns, UBS und andere.